Info zur Z1000A

Unterlagen zu den Modellen Z1000A1 & Z1000A2

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Peter
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Info zur Z1000A

Beitragvon Peter » Do 26. Jan 2017, 23:16

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[Quelle : Kawasaki Presse-Server]

Kawasaki Z1000

HUBRAUM-DOSIS

Wie kann man der sehr erfolgreichen, epochalen 900er-Serie noch eins draufsetzen? Nun, indem man
den vollen Liter Hubraum einschenkt. In der zweiten Hälfte der Siebziger drängen immer mehr
hubraumstarke Bikes nach vorn. Die Mitbewerber aus Fernost, Europa und Amerika sind bereits
bei 1000 Kubikzentimetern Hubraum angelangt. Das bringt auch die Mannen aus Akashi unter
Zugzwang. Vor allem auf dem US-amerikanischen Markt, dem wichtigsten, weil größten Absatzmarkt,
ist viel Hubraum gefragt. Um nicht die bis dato dominierende Rolle zu verlieren, bohren die Kawasaki-
Ingenieure den 900er um vier Millimeter auf 70 Millimeter auf. Bei gleichem Hub von 66 Millimetern ergibt
das 1016 Kubikzentimeter, mit denen man wieder voll im Bläserchor mitspielen kann, ohne einen komplett
neuen Motor entwickeln zu müssen.

Das Kurbelgehäuse wird allerdings verstärkt. Denn die Kurbelwelle besitzt massivere Kurbelwangen, ist
damit zwei Kilogramm schwerer. Auf diese Weise bekommt man die Vibrationen – hin und wieder ein
Kritikpunkt an den 900ern – besser in den Griff. Auch die neue Vier-in-zwei-Auspuffanlage lässt die
neue Z1000 etwas sanfter auftreten. Wieder einmal wirken sich verschärfte Geräusch- und
Abgasnormen in den USA auf die gesamte Weltproduktion aus. Dabei kommen die Motoren für den
US-Markt weiterhin aus Akashi, die Motorräder werden aber im seit 1974 in Betrieb genommenen
Werk in Lincoln/Nebraska gebaut. Europa wird weiterhin komplett aus Japan beliefert.

Im Fahrbetrieb zeigt die 1000er aber klar die dazu gewonnenen Qualitäten. Das auf 81 Nm angestiegene
maximale Drehmoment liegt nun schon 1000/min früher, bei 6500 Kurbelwellenumdrehungen an. Schon
ab 2000/min steht deutlich mehr Druck zur Verfügung, vor allem im Soziusbetrieb lässt die Neue der
900er keine Chance. In der Beschleunigung von null auf 160 km/h mit Passagier nimmt die 1000er ihrer
Vorgängerin eine satte Sekunde ab. Die schwereren Kurbelwangen kappen zwar ein wenig die Drehfreude
und damit auch Topspeed. Doch 210 km/h Spitze sind nach wie vor ein stattlicher Wert, Um das Fahrwerk
auch bei solchen Tempi im Zaum halten zu können, erfuhr die mit dem Zusatzkürzel A1 (1977) versehene
Maschine zahlreiche Verbesserungen. Die Schwinge gleitet nun in standesgemäßen verschleißfesten
Nadellagern, die für deutlich mehr Fahrstabilität sorgen. Auch die Scheibenbremse hinten passt von der Verzögerungsleistung und dem technischen Anspruch her deutlich besser zu einem Motorrad dieses
Kalibers als die etwas antiquiert wirkende Simplex-Trommel der 900er. Der komplette Vorderbau
inklusive Doppelscheibenbremse ist jedoch gleich geblieben.

Zur IFMA 1976 wird die Z1000 neben der ebenfalls neuen Z650 präsentiert. Das Publikum ist aus dem
Häuschen und belagert den Stand der frisch gegründeten deutschen Niederlassung, die nun in Frankfurt
residiert. Leiter ist der bereits aus Z1-Tagen wohl bekannte Vertriebs- und Verkaufsprofi
Osamu Sam Tanegashima, der die Geschäfte in Deutschland mit einer offiziellen Präsenz von Kawasaki als Werksniederlassung voranbringen will. Z1000 und auch Z650 sind die geeigneten Bikes, um dieses Vorhaben
in die Wirklichkeit umzusetzen. Auch bei der Werbung für die neuen Motorräder geht man sehr moderne,
professionelle Wege. Automobilrennfahrer Jochen Mass, ein echter Motorradnarr, wird für eine frühe
Promotion-Kampagne gewonnen und gibt sein persönliches Statement zur Z1000 ab: „Dabei ist es nicht
mal so sehr die urgewaltige Kraft dieses Triebwerks, die mich so an der neuen Z1000 beeindruckt, ’ne
Menge Power hatten meine Z1 und später die Z900 auch. Es sind vielmehr die fantastischen Fahreigenschaften,
die mir bei der neuen 1000er imponieren. Das Superfahrwerk, das immer noch ein bisschen schneller ist als die Tachonadel. Und die drei riesigen Bremsscheiben, die die ganze Kraft wieder im Handumdrehen
zunichtemachen.“ Besser kann man die dazu gewonnen Qualitäten der Z1000 nicht auf den Punkt bringen.

Da ist es kein Wunder, dass auch die erste 1000er von Kawasaki ein großer Erfolg wird. Für gerade
mal 500 DM mehr (Preis: 9000 DM) kommt der Kunde in den Genuss der verbesserten Z. Die 1978 folgende
Z1000A2 erhält nur wenige Modifikationen wie die hinter den Tauchrohren montierten Bremssättel,
einen eckigen Hauptbremszylinder vorn, die jetzt vierfach nadelgelagerte Schwinge und neue Farben.
Der Preis beträgt nun 9.237,00 DM.

Geblieben ist die klassische Tank-Sitzbanklinie der Z1, die für viele Kawasaki-Motorräder längst zum
typischen Stilmittel geworden ist und auch von vielen anderen Herstellern in jenen Tagen aufgegriffen
wird. Die Z1000A2 ist die letzte Maschine der klassisch gestylten Z-Linie. Denn 1978 erfährt
das Design mit der Z1000 Z-1R eine radikale Überarbeitung.

DATEN
Kawasaki Z1000 (A1), Modelljahr 1977

Motor Luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, dohc, zwei Ventile pro Brennraum
Hubraum 1016 cm³
Bohrung x Hub 70 x 66 mm
Verdichtung 8,7:1
Leistung 85 DIN-PS (62,5 kW) bei 8000/min
Max. Drehmoment 81 Nm (8,3 mkp) bei 6500/min
Gemischaufbereitung Vier Mikuni-Schiebervergaser VM26SS, Ø 26 mm
Getriebe Fünfgang
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Rahmen Doppelschleifen-Stahlrahmen
Radstand 1505 mm
Lenkkopfwinkel/Nachlauf 64 Grad/90 mm
Sitzhöhe 820 mm
Federung vorn Telegabel, Ø 36 mm
Federung hinten Stahlrohrschwinge mit zwei Federbeinen
Federweg vorn/hinten 140/80 mm
Räder Drahtspeichenräder mit verchromten Stahlfelgen
Reifen vorn 3.25 H 19
Reifen hinten 4.00 H 18
Bremse vorn Doppelscheibe, Ø 296 mm, Einkolben-Schwimmsättel
Bremse hinten Scheibe, Ø 290 mm
Leergewicht (fahrfertig) 256 kg
Tankinhalt 16,5 Liter
Abgasreinigung keine
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
Farben Rot-Metallic, Blau-Metallic

UVP (1977) 9.000,00 DM
Grüße - Peter
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