Info zur Z1000MKII

Unterlagen zu den Modellen Z1000MKII & Z1000ST

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Peter
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Info zur Z1000MKII

Beitragvon Peter » Mo 10. Apr 2017, 13:27

Bild

[Quelle : Kawasaki Presse-Server]

Z1000 MKII

Kraftmeier


“Join the Force” („Schließen Sie sich der Kraft an“). Mit diesem Slogan betritt Kawasaki in der
letzten Septemberwoche 1978 die IFMA-Bühne in Köln. Neben dem neuen Hubraumprotz Z1300
stehen zwei neue 1000er. Man bedenke nur den Entwicklungs- und Forschungsaufwand für drei
Modelle dieses Kalibers. Wobei die beiden Einliter-Maschinen nicht komplett neu entwickelt werden
mussten. Die Z1000ST mit Kardanantrieb ist um drei PS stärker als ihre Schwester mit Kette, die
Z1000 MK II. Letztere hat keine leichte Aufgabe vor sich, soll sie doch verloren gegangenes
Käuferpotenzial wieder zurückerobern. Die Nachfolgerin der Z1-R hat es zudem mit enorm starken
Kalibern der Konkurrenz zu tun, der Motorradmarkt mit hubraumstarken Bikes boomt. Dennoch
vertraut Kawasaki weiterhin auf seinen alten rollengelagerten 1000er-Motor, und das nicht zu
Unrecht. Mit ein paar kleinen Änderungen schwingt sich das Aggregat zu nunmehr 94 PS bei
8000/min auf. Und kann diese auch de facto umsetzen. Noch besser, die MKII glänzt mit
bestechend harmonischer Leistungsabgabe ohne Leistungsloch. Bis 7000/min ist sie ihrer
ST-Kardanschwester stets überlegen, was auch am 12 Kilogramm niedrigren Gewicht und an
der kürzer gewählten Endübersetzung liegt. 264 Kilogramm Leergewicht sind es, die hier
beschleunigt werden wollen. Das sind dann schon ein paar Kilo mehr als bei der Z1 und
den Vorgänger-1000ern, was sich natürlich auch in den Fahrleistungen niederschlägt.
Doch mit 211 km/h Spitze und 4,3 Sekunden von null auf 100 km/h ist man immer noch gut
dabei.

Vor allem auch, weil das neu gestaltete Fahrwerk traumhaft handlingfreundlich funktioniert.
Der Radstand schrumpfte von 1505 auf gerade mal 1485 Millimeter, der Nachlauf fällt mit
86 Millimetern nur um einen Millimeter länger aus als bei der Z1-R. Sportlich straffe, aber
nun wesentlich besser ansprechende Federelemente vorn und hinten lassen die MKII verdammt
flott unterwegs sein, wenn es auf kurvige Landstraßen hinaus geht. Cockpitverkleidung und
18-Zoll-Vorderrad der Z1-R sind passé. Letzteres wird aber bei späteren Modellen wieder
aufgegriffen, da sich der vermutete negative Einfluss aufs Fahrverhalten als Trugschluss
erweisen sollte. Superpräzise lässt sich die Maschine einlenken und legt anschließend eine
saubere Spur auf den Asphalt. Die vorhandene Power ist nach wie vor beeindruckend. Der
4.00er-Hinterradreifen gerät mit seiner relativ geringen Aufstandsfläche allerdings allmählich
an seine Grenzen, was sich im erhöhten Verschleiß niederschlägt. Die vordere Bremsanlage
ist nun wieder mit einem Hauptbremszylinder an der rechten Lenkerarmatur ausgestattet,
Ansprechverhalten und Bremswirkung sind das Beste in dieser Klasse. Mitverantwortlich dafür
sind die neuen kupferfarbenen Sintermetallbeläge, die mehr Hitze aufbauen und vor allem bei
Nässe das Wasser auf der Scheibe schneller verdampfen lassen. Das Lochmuster der Scheiben
tut ein Übriges, um die Wassertropfen zu verdrängen und dem lästigen Bremsenquietschen
vorzubeugen.

Deutlich sparsamer als die Vorgänger geht die MKII beim Spritverbrauch zur Sache. 6,7 Liter
fließen im Schnitt durch die Vergaser, bei etwas zurückhaltender Gashand sind es unter sechs
Liter. Hier mag sich auch die kontaktlose Elektronikzündung positiv auswirken, die zudem
deutlich wartungsfreundlicher ist. Die neue 1000er hat alles dafür getan, um das Renommee
von Kawasaki in dieser Klasse wiederherzustellen. Nicht ohne Grund wird ihre Basis ein Jahr
später erfolgreich für das erste Großserienmotorrad mit elektronischer Einspritzanlage verwendet.
Und in den USA ist die MKII das Motorrad, auf dem ein gewisser Eddie Lawson 1980 ins AMA-
Superbike-Geschehen eingreift. Und das mit großem Erfolg. Nur durch einen Protest am grünen
Tisch verliert Lawson in seinem Rookie-Jahr die Meisterschaft an Wes Cooley, weil Eddie das
Motorrad seines Teamkollegen Dave Aldana im letzten Lauf einsetzen muss. Doch er schlägt
erbarmungslos zurück. 1981 holt sich Lawson die ersehnte Krone in der AMA-Superbike-
Meisterschaft – wie ein Jahr später wieder. Dieses Mal auf den Nachfolgern der MKII,
der Z1000J und der Z1000R. Eine weitere spannende Geschichte in der Z-History.

DATEN
Kawasaki Z1000 MKII, Modelljahr 1979

Motor Luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, dohc, zwei Ventile pro Brennraum
Hubraum 1016 cm³
Bohrung x Hub 70 x 66 mm
Verdichtung 8,7:1
Leistung 94 PS (69,1 kW) bei 8000/min
Max. Drehmoment 86 Nm (8,8 mkp) bei 7000/min
Gemischaufbereitung Vier Mikuni-Schiebervergaser VM28SS, Ø 28 mm
Getriebe Fünfgang
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Rahmen Doppelschleifen-Stahlrahmen
Radstand 1485 mm
Lenkkopfwinkel/Nachlauf 64 Grad/86 mm
Sitzhöhe 800 mm
Federung vorn Telegabel, Ø 36 mm
Federung hinten Stahlrohrschwinge mit zwei Federbeinen
Federweg vorn/hinten 140/80 mm
Räder Leichtmetall-Gussräder mit poliertem Felgenrand
Reifen vorn 3.25 V 19
Reifen hinten 4.00 V 18
Bremse vorn Scheibe, Ø 296 mm, Einkolben-Schwimmsättel
Bremse hinten Scheibe, Ø 290 mm, Zweikolben-Festsattel
Leergewicht (fahrfertig) 264 kg
Tankinhalt 16,5 Liter
Abgasreinigung keine
Höchstgeschwindigkeit 211 km/h
Farben Rot-Metallic, Blau-Metallic

UVP (1979) 9.568,00 DM
Grüße - Peter
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